DE 14.06.2004
- Humanbiomonitoring: „Crumschter gegen SVA“ verlangen Fortsetzung der Studie DE
CRUMSTADT.
„Die Bürgerinitiative erwartet von der Landesregierung, dass sie sich der Verantwortung stellt, den Menschen im Ried Antworten auf immer noch offen Fragen zu geben." Mit diesen Worten schließt eine Presseerklärung, welche die „Crumschter gegen SVA" jetzt herausgegeben haben. „Verantwortung" in diesem Fall bedeutet, die Gesundheitsstudie zum Human-Biomonitoring aus dem Jahr 2001 fortzusetzen. Die damals gesammelten Daten müssten genutzt werden, fordert die Bürgerinitiative (BI), um mit weiter führenden Untersuchungen Langzeiteffekte zu ermitteln - im Sinne einer effektiven Gesundheitsvorsorge. Hintergrund dieses Vorstoßes ist laut BI die Aussage von Dr. Nadia Obi-Osius, Biologin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, dass die in der Gesundheitsstudie dokumentierten Ergebnisse – beispielsweise zur Häufung von Zwillingsgeburten in schadstoffbelasteten Gebieten – bestätigt worden seien (wir berichteten). Die „Crumschter gegen SVA", erklärt Vorsitzende Petra Schellhaas, seien vor mehr als zehn Jahren überwiegend von Eltern gegründet worden, die sich Sorgen wegen rätselhafter Industrieschnee-Ereignisse gemacht hätten. Auch die Häufigkeit von Mehrlingsgeburten in der Region – laut Schellhaas gehören der BI drei Eltern von Zwillingen an – sei schon damals auffällig gewesen. Darüber hinaus gebe es viele Fragen, die bis heute unbeantwortet seien. Untersucht wissen wollen die „Crumschter", was es mit den gehäuft auftretenden Atemwegserkrankungen und festgestellten Auffälligkeiten bei den Schilddrüsenhormonen auf sich hat. Woher Chrom und Quecksilber stammen, die in Pflanzen und bei Kindern festgestellt worden seien, müsste laut BI ebenso geklärt werden wie die Frage, welche Kombinationswirkung die Schadstoffe hätten. Gerade bei Feinstäuben, die lungengängig seien und eine „relativ große Gesundheitsgefährdung" darstellten, halten die „Crumschter gegen SVA" eine Messung über mehrere Jahre für wichtig.
dirk